Wettanbieter mit deutscher Lizenz: Wer auf der GGL-Whitelist steht

Updated Oktober 2026
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Wer in Deutschland online Sportwetten abschließt, spielt nach den Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021 – ob er es weiß oder nicht. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vergibt die Erlaubnis, führt die amtliche Whitelist und überwacht die Anbieter. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan steht auf diesem Papier nicht – das unterscheidet einen deutschen Wettanbieter von einem, der nur eine Domain auf Deutsch anbietet.

Ein Holzschreibtisch im Morgenlicht mit geschlossenem Notizbuch, Kugelschreiber und Kaffeetasse, daneben ein Smartphone mit dunklem Bildschirm.
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot.

20. Oktober 2026 · Geprüft gegen die GGL-Whitelist (Snapshot 02.10.2026) und den Tätigkeitsbericht 2024/2025.

Dieser Vergleich sortiert zehn Anbieter nach ihrer Stellung auf der Whitelist, geht durch die Regeln, die für alle gleichermaßen gelten, und zeigt, welche Folgen eine Lizenz für den eigenen Wettschein hat – vom Einzahlungslimit über die Live-Wette bis zur Frage, was am Ende vom Gewinn übrig bleibt.

Lizenz ist nicht gleich Lizenz: Wie die deutsche Erlaubnis entsteht

Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Wer vor diesem Datum Sportwetten in Deutschland anbot, tat es ohne Erlaubnis – die Branche hatte sich jahrelang in einer Grauzone bewegt, die staatliche Konzessionen erst ab 2012 und dann in Wellen möglich machte. Mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 wurde die Rechtslage für den Online-Vertrieb endgültig geschlossen: Anbieter brauchen seither eine Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV, vermittelt und überwacht von der GGL mit Sitz in Halle (Saale).

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine ruhige Tribüne unter bedecktem Himmel.
Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden.

Eine Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV gilt jeweils für eine bestimmte Internet-Domain – die Whitelist führt also nicht „die Firma“, sondern die konkrete Adresse, unter der Wetten entgegengenommen werden dürfen. Eine .de-Domain allein beweist gar nichts: Auch wer eine deutsche Domain registriert, aber keine Erlaubnis hat, verstößt gegen § 4 Abs. 1 GlüStV und betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Die Whitelist trägt für jeden Eintrag ein Erstdatum, an dem die Erlaubnis erteilt wurde; ein Enddatum führt sie nicht – die Erstgenehmigung läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre, ohne dass dies aus dem Listeneintrag hervorgeht.

Was eine Erlaubnis abdeckt, ist scharf abgegrenzt. Wer eine Sportwetten-Erlaubnis hat, darf keine Slots, kein Online-Casino und kein Online-Poker anbieten – diese Segmente erfordern eigene Erlaubnisse nach § 4 Abs. 4 und § 22c GlüStV. Wer bei einem Anbieter Casino spielt, ohne dass dort eine entsprechende Casino-Erlaubnis ausgewiesen ist, tut dies regelmäßig bei einem anderen Anbieter mit anderer Lizenz, oft einer ausländischen – oder der Anbieter ist schlicht unerlaubt tätig.

Was auf der GGL-Whitelist steht – und was nicht

Im September 2026 listete die GGL insgesamt 129 Veranstalter und Vermittler mit einer Erlaubnis; erlaubt waren 229 Glücksspielseiten über alle Spielarten hinweg. Für Sportwetten im engeren Sinn waren es im Jahr 2024 insgesamt 32 Veranstalter mit GGL-Erlaubnis, davon 13 mit einer kombinierten Erlaubnis für stationären Vertrieb und Internet (hybrid) und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot, der Vertrieb lief über 28 aktive Internetseiten. Der stationäre Markt besteht parallel weiter – rund 2.300 Wettvermittlungsstellen waren 2024 aktiv, die rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen hatten für ihren Vertriebsweg eine Übergangsregelung bis zum 30.06.2024.

Die Whitelist prüfen ist einfach: Die Liste liegt auf der Seite der GGL, ist nach Anbietername sortiert und führt zu jedem Eintrag die Domain, die Rechtsform des Erlaubnisinhabers, den Sitz und das Datum der Erteilung. Wer dort nicht steht, hat im juristischen Sinn keine Erlaubnis. Das gilt unabhängig davon, wie das Angebot im Marketing wirkt, welche Logos es führt oder wie lange es schon online ist.

Für die Kanalisierung – also den Anteil der Spieler, die tatsächlich bei erlaubten Anbietern wetten – nennt die GGL für den gesamten Online-Glücksspielmarkt eine Quote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen demnach auf unerlaubte Angebote. Für den Sportwettenmarkt allein lag die Quote 2022 nach einer Analyse auf Basis von Steuerdaten des Bundesfinanzministeriums bei deutlich über 95 %. Der Sportwettenmarkt ist der am besten kanalisierte Teil des deutschen Glücksspielmarkts – nicht weil dort weniger unerlaubt angeboten würde, sondern weil das stationäre Wettgeschäft die Spieler stärker an gemeldete Stellen bindet.

Wettsteuer, Wer trägt sie, und was davon beim Spieler ankommt

Die Sportwettensteuer ist nach §§ 16–25 RennwLottG ausgestaltet: 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „eingezahlter Einsatz minus die Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner der Steuer ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler – die Frage, ob und wie der Anbieter die Steuer an den Kunden weitergibt, ist eine Frage seiner Geschäftspolitik. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quote, andere schlagen sie auf den Gewinn auf, andere tragen sie selbst.

Wer wissen will, wie sein Anbieter mit der Steuer umgeht, liest die AGB oder die Hilfeseiten zur Wettsteuer – und prüft das gegen den eigenen Wettschein. Eine pauschale Aussage „5,3 % auf den Einsatz“ wäre falsch, weil der Anbieter die Wahl hat (die Steuer beträgt 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer, also rund 5 % des eingezahlten Betrags). Wer den Markt vergleicht, sollte die effektive Auszahlungsquote im Blick behalten: Aus dem Tätigkeitsbericht 2024 der GGL ergibt sich für deutsche Sportwettenanbieter mit Erlaubnis eine durchschnittliche Auszahlungsquote von 76 % (2023: 78 %), die Bruttospielerträge beliefen sich auf 1.963 Mio. € (+12 % gegenüber 2023) bei Wetteinsätzen von 8,2 Mrd. €.

Die Steuer wirkt übrigens auch dann, wenn der Anbieter keine Lizenz hat: Auch unerlaubte Anbieter müssen die Steuer abführen, soweit sie in Deutschland steuerlich erfasst werden. Eine gezahlte Steuer ist deshalb kein Beleg für eine gültige Erlaubnis.

Was darf gewettet werden – und was nicht

Das Sportwettprogramm, das ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis anbieten darf, ist in § 21 GlüStV abschließend geregelt. Erlaubt sind festgelegte Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse im Spiel – als Einzel- oder Kombiwette. Welche Wetttypen genau angeboten werden dürfen, legt die GGL fest; nicht jede Wette, die ein Anbieter in anderen Märkten anbietet, ist hier zulässig.

Live-Wetten sind nur erlaubt auf den Ausgang eines laufenden Spiels oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ähnliche Komponenten in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind (§ 21 Abs. 4). Konkret: Das nächste Tor im Fußball ja, der nächste Satz im Tennis ja, der nächste Punkt im Tennis nein, der nächste Korb im Basketball nein. Die GGL begründet die Einschränkung mit dem erhöhten Manipulations- und Suchtrisiko engmaschiger Live-Märkte. Wetten, die unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Spiels auf demselben Kanal beworben werden, sind nach § 5 Abs. 3 GlüStV ebenfalls unzulässig.

Ausgeschlossen sind Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen – nach GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. E-Sports ist nach GGL-Auffassung kein Sport im Sinne des Staatsvertrags; Wetten auf E-Sports sind in Deutschland nicht erlaubt. Auch Wetten auf Sportereignisse, die regelwidrig zustande gekommen sind oder sanktioniert werden, sind tabu. Was virtuelle Sportwetten angeht, hat die GGL keine abschließende Position veröffentlicht – hier ist die Aussage „nicht abschließend geregelt“ korrekter als jede Mutmaßung.

Spielerschutz: OASIS, LUGAS, der 1.000-€-Deckel

Drei Mechanismen wirken unabhängig vom Anbieter: OASIS, LUGAS und das 1.000-€-Standardlimit. OASIS (§§ 8, 8a GlüStV) ist die zentrale Sperrdatei. Anbieter mit deutscher Erlaubnis prüfen bei jeder Registrierung und jedem Login, ob ein Spieler gesperrt ist. Eine Selbstsperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr; Fremdsperrungen durch Dritte – etwa Angehörige – laufen mindestens ein Jahr. Wer in OASIS steht, kann sich nicht bei einem anderen lizenzierten Anbieter anmelden, solange die Sperre läuft. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) setzt eine sofortige 24-Stunden-Sperre – ein Notausstieg, kein Ersatz für eine reguläre Sperre.

Die Silhouette einer Person sitzt am Abend am Fenster und blickt auf eine Straße, auf dem Fensterbrett steht ein Glas Wasser.
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote.

LUGAS ist die Limit- und Aktivitätsdatei, die zwei Funktionen erfüllt. Die Limitdatei setzt das anbieterübergreifende Einzahlungslimit: 1.000 € pro Kalendermonat standardmäßig über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1). Die Aktivitätsdatei verhindert paralleles Spielen auf mehreren Konten bei verschiedenen Anbietern (§ 6h). Wer parallel spielt, verstößt gegen die Bedingungen, und die Anbieter sind verpflichtet, parallele Konten aufzudecken.

Das 1.000-€-Limit ist kein Werbeversprechen, sondern eine Vollzugsregel. Ein Anbieter darf nach oben abweichen, wenn ein Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweist – bis 10.000 € ohne weitere Bedingung, bis 30.000 € für höchstens 1 % der aktiven Spielerschaft. Die Anhebung wird mit Verzögerung wirksam: Senkungen sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen. Wer sich auf das Standardlimit verlässt, kann nicht aus Versehen darüber hinaus einzahlen; wer ein höheres Limit nutzen will, muss den Nachweis führen, und der Anbieter muss ihn aktenkundig machen.

Wer ohne deutsche Erlaubnis spielt, ist an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen. Es gibt dort weder den 1.000-€-Deckel noch die Sperrdatei; das ist einerseits der Grund, warum manche Spieler diese Angebote aufsuchen, andererseits der Grund, warum die GGL sie als unerlaubt einstuft.

Vollständige Verifizierung vor der Auszahlung

Vor der Verifizierung gilt nach § 6a GlüStV eine Übergangsfrist: ein Anbieter darf maximal 72 Stunden Spiel ohne abgeschlossene Kontoverifizierung erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Wer diese Frist überschreitet, ohne den Identitätsnachweis zu erbringen, wird vom Spiel ausgeschlossen. Die Verifizierung umfasst in der Regel Ausweis- und Adressnachweis, bei manchen Anbietern ergänzt um eine Video-Identifikation.

Die Zahlungen selbst laufen nach § 6b Abs. 4 ausschließlich von einem Konto, das auf den Namen des Spielers bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut lautet. Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonyme Prepaidkarten – sind im lizenzierten Markt nicht zugelassen. Das ist die Stelle, an der die Anbieter mit Bitcoin & Co. nicht konkurrieren können, und die Stelle, an der ein lizenzierter Anbieter sich von einem Offshore-Anbieter strukturell unterscheidet: Er nimmt nur das, und er muss es prüfen.

Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6–7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühr ausgezahlt. Die Frist läuft erst nach Abschluss der Verifizierung.

Werbung, Bonusbedingungen, und was von „risikofrei“ zu halten ist

Werbung für Glücksspiel darf nach § 5 Abs. 7 GlüStV nur von Erlaubnisinhabern betrieben werden. Für Sportwetten gilt das 06:00-21:00-Verbot, das viele aus der Casinoregelung kennen, ausdrücklich nicht – Sportwettenwerbung darf im TV weiterhin tagsüber laufen, mit der Einschränkung, dass keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal geschaltet werden darf. Werbung mit aktiven Sportlern oder Schiedsrichtern ist tabu, ebenso eine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.

Für Boni – Einzahlungsboni, Gratiswetten, Quotenboosts – schreibt der GlüStV keine konkreten Beträge oder Bedingungen vor. Was ein Anbieter anbietet, ergibt sich allein aus seinen AGB. Das bedeutet: Die 100 %-Aufschläge und „risikofreien“ Wetten, die im Marketing kursieren, sind vertragliche Angebote, deren Mechanik im Kleingedruckten steht. Eine „risikofreie“ Wette ist häufig eine Gratiswette, deren Einsatz im Gewinnfall nicht zurückgezahlt wird; ein „Quotenboost“ gilt oft nur für eine vorab definierte Wettauswahl; ein Willkommensbonus ist fast immer an Umsatzbedingungen geknüpft, deren Erfüllung am Ende mehr kostet als er einbringt, wenn der Markt die übliche Marge hat.

Der Tätigkeitsbericht 2024 zeigt die Größenordnung, in der sich dieser Markt bewegt: 8,2 Mrd. € Wetteinsätze, 1.963 Mio. € Bruttospielerträge, eine Auszahlungsquote von 76 %. Wer eine Wette zu Quote 1,90 abschließt, bekommt im Erfolgsfall 90 Cent auf den Euro, den der Markt im Schnitt ausschüttet – der Rest ist die Marge. Ein Bonus, der 5 € bringt, kostet den Marktteilnehmer rechnerisch etwa 30–50 € an Erwartungswert, je nach Bedingung. Die Werbung erzählt die andere Geschichte.

Der Blick über den Tellerrand: Was die Whitelist nicht zeigt

Die GGL hat 2025 in 287 Untersagungsverfahren gegen illegale Angebote eingegriffen – 2022 waren es 68, die Zahl hat sich also vervielfacht. Insgesamt 1.843 illegale Websites waren 2025 infolge von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Die Aufsicht wird schärfer, nicht schwächer; der GGL-Jahresbericht 2025 formuliert es als Erfolgsmeldung.

Zivilrechtlich zeigt der Tipico-Fall eine zweite Front. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; ein Kläger fordert von Tipico über 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich für möglich gehalten, mit Ausnahme der Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein EuGH-Urteil steht aus. Wer mit Verlusten aus unerlaubten Wetten konfrontiert ist, kann daraus Hoffnung auf Rückforderung ableiten – sicher ist sie nicht.

Ranking: Zehn Wettanbieter mit deutscher GGL-Erlaubnis

Die folgende Tabelle führt zehn Anbieter, deren Sportwetten-Domain auf der GGL-Whitelist steht (Snapshot 02.10.2026). Geordnet ist nach dem Erstdatum der jeweiligen Erlaubnis – wer am längsten eine deutsche Lizenz hat, steht oben. Die Spalten nennen den Anbieter, den Status auf der Whitelist, den Rechtsträger und das Datum, an dem die Erlaubnis erstmals erteilt wurde. Die Liste ist eine Sortierung, keine Empfehlung.

Anbieter Whitelist-Status Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
AdmiralBet GGL Whitelist – Sportwetten (AdmiralBet) Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
NEO.bet GGL Whitelist – Sportwetten (NEO.bet) Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Sportingbet GGL Whitelist – Sportwetten (Sportingbet) Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Tipico GGL Whitelist – Sportwetten (Tipico) Tipico Co. Limited 09.10.2020
Sportwetten.de GGL Whitelist – Sportwetten (Sportwetten.de) NetX Betting Limited 19.11.2020
bet-at-home GGL Whitelist – Sportwetten (bet-at-home) Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Betano GGL Whitelist – Sportwetten (Betano) Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
Winamax GGL Whitelist – Sportwetten (Winamax) WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
LeoVegas GGL Whitelist – Sportwetten (LeoVegas) LVSports Limited 21.10.2024
Bet3000 GGL Whitelist – Sportwetten (Bet3000) I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026

Auffällig: Acht der zehn Anbieter haben ihre Ersterlaubnis zwischen Oktober 2020 und Mitte 2021 erhalten – in dem knappen Zeitfenster, in dem die GGL die ersten Lizenzen überhaupt vergeben konnte. LeoVegas und Bet3000 sind später dazugekommen, was in beiden Fällen mit der Übernahme oder dem Markteintritt unter neuem Rechtsträger zusammenhängt. Das Erstdatum ist eine formale Größe; es sagt nichts über die Qualität des Wettprogramms, die Tiefe der Märkte oder die Zuverlässigkeit bei Auszahlungen.

Wer über die Tabelle hinaus entscheiden will, achtet auf vier Punkte: das Sportwettprogramm im Vergleich zur eigenen Wettgewohnheit, die verfügbaren Quoten (Auszahlungsquote), die Zahlungswege (Lastschrift, Kreditkarte, E-Wallet, Überweisung – je nachdem, was man nutzt) und das, was im Kleingedruckten zu Bonus, Auszahlung und Sperrfristen steht.

Was eine Wette kostet, wenn man es durchrechnet

Wer 1.000 € im Monat einzahlt – genau das § 6c-Standardlimit – und diesen Betrag einmal vollständig auf einer Zwei-Wege-Wette zu Quote 1,90 setzt, spielt im Effekt gegen den Markt. Eine Zwei-Wege-Wette ohne Unentschieden – etwa ein Tennis-Match oder ein Handball-Spiel – zu fairen Quoten 1,90/1,90 gibt eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95, also 95 %. Die Marge des Marktes liegt bei 5 %.

Bei 1.000 € Einsatz und 95 % Auszahlungsquote ist der Erwartungswert 950 €: 50 € davon bleiben rechnerisch im Markt. Das ist kein Verlust, den ein einzelner Spieler realisiert – eine Wette auf Quote 1,90 gewinnt oder verliert, sie kostet nicht „50 € pro Monat“. Aber über viele Wetten gemittelt ist 50 € der Wert, den der Markt pro 1.000 € Umsatz einbehält.

Wer den Betrag statt einmal in zehn Wetten zu 100 € aufteilt, ändert daran rechnerisch nichts: Die Marge ist eine Eigenschaft des Marktes, nicht der Häufigkeit. Erst das Wettprogramm – höhere Quoten, andere Märkte, gelegentlich ein Quotenboost – verschiebt das Verhältnis. Wer konsequent nur Quoten über 2,00 spielt, drückt die effektive Marge, sofern der Bookmaker diese Quoten tatsächlich anbietet. Wer auf Quoten um 1,50 setzt, zahlt deutlich mehr: Bei 1,50/1,50 liegt die Auszahlungsquote nur bei 75 %, die Marge bei 25 %.

Das 1.000-€-Limit ist also nicht nur ein Spielerschutz-Deckel, sondern auch eine Obergrenze dafür, wie viel Erwartungswertverlust ein Spieler pro Monat realisieren kann – bei einer angenommenen Marge von 5 % maximal 50 €. Bei höherer Marge (engere Märkte, Live-Wetten) ist der Verlust entsprechend größer; bei niedrigerer Marge (Top-Ligen, Pre-Match) kleiner.

Die Anbieter im Einzelbild

Tipico – der Platzhirsch mit Tipico-Score

Tipico gehört zu den Anbietern, deren Erlaubnis seit dem 09.10.2020 besteht – eines der frühen Datum, das die Lizenzgeschichte des deutschen Markts markiert. Der Rechtsträger Tipico Co. Limited ist auf der Whitelist für Tipico.de geführt, daneben existieren weitere Erlaubnisse für andere Vertriebswege. Das Sportwettprogramm ist breit, Fußball dominiert erwartungsgemäß – 78 % der Wetteinsätze entfielen 2024 in Deutschland auf Fußball, mit deutlichem Abstand Basketball (8 %), Tennis (5 %) und Eishockey (1 %) – und die Quote auf den Top-Ligen ist regelmäßig konkurrenzfähig.

Was Tipico von vielen Wettbewerbern unterscheidet, ist die Cash-Out-Funktion auf ausgewählten Märkten – der vorzeitige Ausstieg aus einer laufenden Wette, der je nach Spielstand mehr oder weniger als den Einsatz zurückgibt. Cash Out ist keine regulatorische Verpflichtung; wer sie anbietet, tut das freiwillig, und die Konditionen stehen in den AGB. Bei Tipico ist die Funktion üblich, ihre Anwendung ist aber marktabhängig – nicht jede Wette lässt sich vorzeitig aussteigen.

Im BGH-Verfahren geht es nicht um Tipicos Lizenz – die ist unbestritten –, sondern um die Frage, ob Tipico Wetteinsätze aus der Zeit vor der Lizenz zurückzahlen muss. Das EuGH-Verfahren wird zeigen, ob die Dienstleistungsfreiheit solcher Ansprüche aus dem Weg räumt. Bis dahin ändert sich am Angebot nichts.

Für wen: Wer auf Fußball wettet und einen etablierten Anbieter mit breitem Wettprogramm und Cash-Out sucht, ist hier richtig. Wer kleinere Margen auf Nischenmärkte sucht, sollte den Markt vergleichen.

Sportingbet – der zweite unter den Frühlizenzierten

Sportingbet gehört zu den Anbietern, die ihre Erlaubnis ebenfalls am 09.10.2020 erhalten haben, mit einem Folgebescheid am 21.12.2022 für die Erlaubnis zur Veranstaltung von Sportwetten; eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele datiert vom 15.11.2022. Die Trennung ist wichtig: Die Casino-Erlaubnis deckt ein anderes Segment ab, sie sagt nichts über die Qualität des Wettprogramms.

Der deutschsprachige Auftritt von Sportingbet ist schlank, das Wettprogramm konzentriert sich auf die europäischen Top-Ligen. Die Quoten liegen in der Größenordnung der etablierten Wettbewerber, mit Schwerpunkt auf Pre-Match-Wetten. Live-Wetten sind verfügbar, aber innerhalb des vom GlüStV gesetzten Rahmens – auf den nächsten Treffer oder den Ausgang, nicht auf Mikromärkte wie den nächsten Punkt.

Für wen: Wer einen unaufgeregten Anbieter sucht, der seit den Anfangstagen der Lizenzierung dabei ist und sein Sportwettprogramm nicht mit Casino-Spiel überfrachtet, ist hier richtig. Wer intensiv auf Live-Mikromärkte wetten will, ist bei einem anderen Anbieter besser aufgehoben.

AdmiralBet – österreichische Verwurzelung, deutsche Erlaubnis

AdmiralBet gehört zur Novomatic-Gruppe und führt auf der Whitelist die Greentube Betting Malta Limited als Erlaubnisinhaberin, mit einer Ersterlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Drei Bescheide in sechs Jahren zeigen, dass die Aufsicht nachgeschärft hat; ein Widerruf ist daraus nicht abzuleiten, der Anbieter steht weiterhin auf der Liste.

Die Stärke von AdmiralBet liegt in der Vernetzung mit dem stationären Wettgeschäft der Novomatic-Gruppe in Österreich – das Wettprogramm ist entsprechend auf europäische und österreichische Ligen ausgerichtet, mit einer guten Abdeckung von Fußball, Tennis und Eishockey. Die Casino-Sektion ist über slots.admiralbet.de ausgelagert und besitzt eine eigene Erlaubnis seit dem 28.09.2022.

Für wen: Wer auf österreichische oder osteuropäische Ligen wettet und die Verbindung zu einem stationären Wettanbieter schätzt, ist hier richtig. Die Folgeerlaubnisse werfen die Frage nach erhöhten Aufsichtsanforderungen auf; der Anbieter ist weiterhin auf der Whitelist.

NEO.bet – Nischenanbieter mit Lizenz

NEO.bet ist ein vergleichsweise junger Name im deutschen Markt, hat aber die Erlaubnis seit dem 09.10.2020 – die Lizenz kam früh, der Marktauftritt blieb schmal. Die Greenvest Betting Limited ist Erlaubnisinhaberin. Das Wettprogramm ist solide, aber nicht so breit wie bei den Platzhirschen; dafür ist die Quote auf den angebotenen Märkten oft knapp kalkuliert.

NEO.bet positioniert sich als Anbieter für Wettende, die nicht das breiteste Programm, sondern einen klaren Fokus auf Fußball und die europäischen Top-Ligen suchen. Die Live-Wetten sind verfügbar, allerdings im gesetzlich zulässigen Rahmen. Die Quoten auf untere Ligen und Spezialmärkte fallen gegenüber den großen Anbietern ab.

Für wen: Wer auf die großen Fußball-Ligen setzt und einen schmalen, übersichtlichen Anbieter schätzt, ist hier richtig. Wer breite Märkte jenseits des Fußballs sucht, wird bei einem der etablierteren Anbieter besser bedient.

Sportwetten.de – der Domain-Name als Programm

Sportwetten.de trägt seinen Namen nicht zufällig. Die Domain gehört zu den ersten Adressen, die ein deutscher Wettspieler eingibt; der Erlaubnisinhaber NetX Betting Limited aus Malta ist seit dem 19.11.2020 auf der Whitelist geführt, mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Marktauftritt ist auf den deutschsprachigen Raum zugeschnitten, das Wettprogramm auf die typischen deutschen Präferenzen ausgerichtet: Fußball dominiert, Handball, Basketball und Eishockey ergänzen.

Was Sportwetten.de von anderen unterscheidet, ist die Übersichtlichkeit. Die Seite ist nicht überfrachtet mit Casino- und Slot-Bereichen – das ist eine andere Lizenz, ein anderer Anbieter, eine andere Seite. Die Konzentration auf das Sportwettprogramm zeigt sich auch in den Quoten, die in den Kernmärkten mithalten. Die Tiefe der Nischenmärkte ist begrenzt.

Für wen: Wer einen deutschsprachigen Anbieter mit Fokus auf Sportwetten und ohne verwirrende Casino-Beifügung sucht, ist hier richtig. Wer exotische Märkte oder eine breite Live-Wetten-Auswahl sucht, sollte weiter vergleichen.

bet-at-home – der österreichische Klassiker

bet-at-home gehört zu den bekannteren Namen im deutschsprachigen Wettmarkt und ist seit dem 02.11.2020 auf der deutschen Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Die Bet-at-home.com Internet Limited ist Erlaubnisinhaberin. Das Wettprogramm ist breit und traditionell auf die europäischen Top-Ligen ausgerichtet, mit einer soliden Tiefe auch in unteren Ligen und Spezialmärkten.

Die Quoten liegen im Mittelfeld, in den Top-Ligen knapp über dem Durchschnitt, in den Nischenmärkten eher durchschnittlich. Die Live-Wetten sind verfügbar, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Eine Besonderheit: bet-at-home betreibt auch Casino, das über die Casino-Erlaubnis abgedeckt ist – getrennt vom Sportwettprogramm.

Für wen: Wer einen etablierten Anbieter mit breitem Wettprogramm und Casino-Zweitangebot sucht, ist hier richtig. Wer die höchsten Quoten sucht, muss vergleichen.

Betano – der Neue aus dem Süden

Betano gehört zur Betkick-Gruppe, die im Februar 2021 die deutsche Lizenz erhielt; die Folgeerlaubnis datiert vom 16.12.2022. Die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, ist Erlaubnisinhaberin. Betano ist in mehreren europäischen Märkten aktiv und hat den deutschen Markt als einen der ersten mit regulierter Lizenz bedient.

Das Wettprogramm ist umfassend, die Quoten auf den großen Fußball-Märkten sind wettbewerbsfähig. Die Live-Wetten sind verfügbar. Was Betano von einigen Wettbewerbern abhebt, ist die Tiefe bei Spezialmärkten und die Verfügbarkeit von Quotenboosts, deren Bedingungen in den AGB stehen. Die Cash-Out-Funktion ist verfügbar, die Anwendung marktabhängig.

Für wen: Wer einen international aufgestellten Anbieter mit guter Fußball-Tiefe und Quotenboosts sucht, ist hier richtig. Die Boost-Bedingungen sollte man vor Annahme lesen – sonst steht am Ende ein Bruchteil des beworbenen Werts.

Winamax – der französische Anbieter auf deutschem Boden

Winamax ist in Deutschland weniger bekannt als in Frankreich, hat aber seit dem 29.06.2021 eine deutsche Erlaubnis, die mit Bescheid vom 08.12.2022 verlängert wurde. Die WINAMAX (Société anonyme) ist Erlaubnisinhaberin; das Regierungspräsidium Darmstadt hat den Bescheid erteilt, die Aufsicht liegt bei der GGL. Die Lizenzgeschichte ist unauffällig, der Anbieter ist auf der Whitelist.

Das Wettprogramm ist solide, mit Schwerpunkt auf Fußball und Tennis. Die Quoten liegen im Mittelfeld, in Nischenmärkten eher durchschnittlich. Was Winamax von anderen abhebt, ist die Verbindung zur französischen Poker-Tradition – Poker-Angebote sind allerdings über die deutsche Erlaubnis nicht abgedeckt, sondern über eine separate Lizenz. Die Schnittstellen zum deutschen Markt sind überschaubar.

Für wen: Wer einen europäischen Anbieter mit unaufgeregter Marktpräsenz sucht und mit einem schmaleren Wettprogramm zurechtkommt, ist hier richtig. Wer ein breites deutsches Wettprogramm sucht, ist bei einem der etablierten Anbieter besser aufgehoben.

LeoVegas – späte Lizenz, mobile Stärke

LeoVegas ist als Casino-Anbieter bekannt und hat den Sprung in die Sportwetten erst 2024 geschafft. Die LVSports Limited ist seit dem 21.10.2024 auf der Whitelist, mit einer Casino-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die späte Lizenz bedeutet nicht, dass der Anbieter neu auf dem Markt ist – die Marke ist etabliert, nur das Sportsegment ist neu.

Das Sportwettprogramm ist entsprechend schlank, mit Schwerpunkt auf den europäischen Top-Ligen. Die mobile Anwendung – LeoVegas‘ Kernkompetenz – ist ausgereift. Die Quoten liegen im Mittelfeld, die Tiefe in den Nischenmärkten ist begrenzt. Live-Wetten sind verfügbar. Die Stärke liegt in der Bedienbarkeit, nicht in der Programmbreite.

Für wen: Wer auf mobile Bedienung Wert legt und mit einem schlanken Sportwettprogramm zurechtkommt, ist hier richtig. Wer ein breites Wettprogramm mit vielen Spezialmärkten sucht, ist bei einem der etablierten Anbieter besser aufgehoben.

Bet3000 – die jüngste Lizenz im Bunde

Bet3000 hat seine deutsche Erlaubnis erst am 22.04.2026 erhalten – das ist das jüngste Datum in dieser Liste. Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, ist Erlaubnisinhaberin. Die Lizenz ist frisch, der Marktauftritt im deutschen Online-Segment ist im Aufbau. Die Marke selbst ist in Deutschland durch das stationäre Wettgeschäft bekannt.

Das Sportwettprogramm konzentriert sich auf Fußball, mit wachsender Tiefe. Die Quoten auf den Top-Ligen sind wettbewerbsfähig, in den Nischenmärkten noch im Aufbau. Live-Wetten sind verfügbar. Die Casino-Sektion ist über eine separate Erlaubnis abgedeckt, das Sportwettprogramm ist klar getrennt.

Für wen: Wer einen etablierten Markennamen im deutschen Wettmarkt sucht und bereit ist, mit einem schmalen Programm zurechtzukommen, ist hier richtig. Die Lizenz ist frisch – der Anbieter muss zeigen, dass er das Vertrauen der Aufsicht über die ersten fünf Jahre trägt.

Was die Anbieter im direkten Vergleich trennt

Die Unterschiede zwischen den zehn Anbietern liegen nicht in der Lizenz – die haben alle, und zwar nach demselben § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV. Sie liegen in vier Bereichen, die jeder selbst gewichten muss:

Wettprogramm und Tiefe. Die Platzhirsche Tipico, bet-at-home und Sportwetten.de bieten das breiteste Programm – Fußball in mehreren Dutzend Ländern, dazu Handball, Basketball, Tennis, Eishockey und etliche Randsportarten. Betano, NEO.bet und Sportingbet liegen in der Breite knapp dahinter, mit guter Fußball-Tiefe. Winamax, AdmiralBet und LeoVegas sind schmaler aufgestellt, was sich in der Verfügbarkeit von Nischenmärkten niederschlägt. Bet3000 ist das schmalste Programm, mit wachsender Tendenz.

Quoten. Eine pauschale Aussage über die Quoten ist nicht möglich – sie schwanken von Markt zu Markt, von Spiel zu Spiel, von Tag zu Tag. Wer konsequent auf Quote 1,90 oder höher setzt, sollte die Quoten vor dem Tipp vergleichen; wer nur auf Top-Ligen wettet, wird bei mehreren Anbietern ähnliche Werte finden. Die Auszahlungsquote von 76 %, die der Tätigkeitsbericht 2024 nennt, ist ein Durchschnitt über alle Anbieter und Märkte – sie sagt nichts über die einzelne Wette.

Live-Wetten. Alle zehn Anbieter bieten Live-Wetten an, im Rahmen des § 21 Abs. 4 GlüStV. Die Tiefe der angebotenen Mikromärkte – etwa Eckbälle, nächster Einwurf, nächste gelbe Karte – ist unterschiedlich. Wer auf solche Märkte setzen will, sollte vor der Anmeldung prüfen, was im Programm steht. Die Quote auf Live-Märkten ist tendenziell enger als auf Pre-Match-Märkten, weil die Anbieter ihr Risiko während des Spiels absichern.

Zahlungswege. Die Anbieter akzeptieren Lastschrift, Kreditkarte, E-Wallets und Überweisung – die genauen Wege stehen in den AGB des jeweiligen Anbieters. Kryptowährungen sind nach § 6b Abs. 4 nicht zulässig. Welche E-Wallets im Einzelfall verfügbar sind, ist eine Frage der Anbieterentscheidung, nicht der Lizenz.

Was eine Wette wirklich kostet – eine Beispielrechnung

Eine Wette von 100 € zu Quote 1,90 auf einen Sieg gibt im Erfolgsfall 190 € zurück, der Nettogewinn beträgt 90 €. Zieht der Anbieter die Wettsteuer vom Einsatz ab, sinkt der tatsächliche Einsatz, der ausgewiesene Gewinn bleibt 90 €; der Bruttoumsatz auf dem Wettschein ist 190 €, der Nettoertrag 90 €. Zieht der Anbieter die Steuer vom Gewinn ab, sinkt der Nettogewinn um den Steueranteil, der Einsatz bleibt 100 €.

Bei einer Wette von 1.000 € auf eine Zwei-Wege-Wette zu Quote 1,90/1,90 liegt die Marge bei 5 %, der Erwartungswert bei 950 €. Wer die Wette verliert, verliert 1.000 €; wer sie gewinnt, gewinnt 900 €; im Durchschnitt über viele Wetten liegt der Verlust bei 50 € pro 1.000 € Umsatz. Das ist der Preis, den der Markt im Schnitt nimmt – in einem Monat mit 1.000 € Einzahlungslimit also maximal 50 € Erwartungswertverlust, sofern das gesamte Limit einmal gesetzt wird.

Eine Kombiwette mit drei Auswahlen zu Einzelquoten 1,90/1,90/1,90 hat eine Gesamtquote von 6,86. Die Marge der einzelnen Märkte addiert sich: 5 % + 5 % + 5 % = 15 %, die Auszahlungsquote sinkt auf 87 %. Bei einem Einsatz von 100 € ist der Erwartungswert 87 € – der Markt nimmt 13 € auf jeder 100-€-Kombiwette. Wer Kombiwetten bevorzugt, zahlt eine höhere Marge, ohne es an der Quote zu sehen.

Die Schattenseite: Wer ohne Lizenz spielt

Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta steht auf der GGL-Whitelist nicht. Wer dort spielt, spielt aus deutscher Sicht an einem unerlaubten Angebot – § 4 Abs. 1 GlüStV verbietet es. Die Konsequenzen sind auf mehreren Ebenen:

Strafrechtlich macht sich der Veranstalter nach § 284 StGB strafbar – bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist nach § 285 StGB eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden kann. Verfolgungen einzelner Spieler sind in der Praxis nicht etabliert – weder eine sichere Sache noch ein Grund zur Dramatisierung.

Zivilrechtlich sind Wetten, die gegen § 4 Abs. 1 GlüStV verstoßen, nach der bisherigen Rechtsprechung nichtig. Der Spieler kann seinen Einsatz zurückfordern, hat aber auch keinen Anspruch auf Auszahlung des Gewinns. Im Tipico-Verfahren hat der BGH dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit dieses Ergebnis kippt; der Generalanwalt hat im März 2026 die Möglichkeit der Rückzahlung grundsätzlich bejaht, mit Ausnahme der Fälle, in denen Behörden die Lizenzpflicht ausgesetzt hatten.

Spielerschutzrechtlich fehlt bei Offshore-Anbietern der Anschluss an OASIS und LUGAS. Das 1.000-€-Limit gilt dort nicht, die Sperrdatei wird nicht abgefragt, paralleles Spielen wird nicht aufgedeckt. Das ist der eigentliche Hebel des deutschen Systems: Wer in die legale Struktur kanalisiert wird, ist geschützt – wer ausweicht, ist es nicht.

Warum die Aufsicht schärfer wird

Die GGL hat 2025 in 287 Untersagungsverfahren eingegriffen, 2022 waren es 68. 1.843 illegale Websites waren 2025 aus Deutschland nicht mehr erreichbar – infolge von Untersagungen oder Netzsperren. Die Aufsicht wächst schneller als der Schwarzmarkt weichen kann, und sie wächst mit einem klaren Auftrag: Wer ohne Erlaubnis anbietet, soll in Deutschland nicht mehr erreichbar sein.

Die Maßnahmen greifen auf mehreren Ebenen: Untersagungsverfahren gegen Anbieter, Zahlungsblockaden gegenüber Banken und Zahlungsdienstleistern, Netzsperren gegenüber den Internetprovidern. Wer aus Deutschland heraus ein Offshore-Angebot aufruft, läuft zunehmend in eine Sackgasse.

Das verändert die Marktstruktur. Anbieter, die vor fünf Jahren noch über Malta operierten, sind in den deutschen Markt gewechselt oder haben sich zurückgezogen. Die GGL-Whitelist ist im 2026 länger und stabiler als je zuvor – 32 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis im Jahr 2024, 27 davon mit aktivem Angebot, ist ein Stand, der sich in den Folgejahren eher erweitert als verkürzt hat.

Einzahlungslimit und Verifizierung in der Praxis

Wer sich bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis anmeldet, durchläuft denselben Prozess: Identitätsnachweis per Ausweis oder Video-Ident, Adressnachweis per Meldebescheinigung oder Kontoauszug, Zahlungsmittel-Nachweis durch ein Konto, das auf den eigenen Namen lautet. Vor abgeschlossener Verifizierung gelten 72 Stunden Spielzeit mit maximal 100 € Einzahlung und ohne Auszahlung. Danach greift das 1.000-€-Standardlimit.

Wer das Limit erhöhen will, muss seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen – Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheid, Vermögensnachweise. Die Anhebung wird frühestens nach sieben Tagen wirksam; eine Senkung gilt sofort. Wer das Limit senkt, weil das eigene Spielverhalten problematisch wird, hat damit eine wirksame Bremse gezogen.

Die OASIS-Sperre wirkt anbieterübergreifend: Wer sich selbst sperren lässt, kann sich nicht bei einem anderen lizenzierten Anbieter anmelden, solange die Sperre läuft. Die Mindestdauer beträgt drei Monate bei einer selbstgewählten Frist, sonst ein Jahr. Wer von einem Dritten – Angehörigen, Sozialarbeiter – gesperrt wird, ist für mindestens ein Jahr ausgeschlossen.

Quoten, Margen und der Blick auf den Markt

Der Markt zeigt eine durchschnittliche Auszahlungsquote von 76 %, im Vorjahr 78 %. Die Schwankung von zwei Prozentpunkten klingt wenig, bedeutet aber bei 8,2 Mrd. € Wetteinsätzen rund 160 Mio. € Unterschied in den Bruttospielerträgen – ein erheblicher Posten. Die Quoten schwanken je nach Sportart, Markt und Anbieter; auf den Top-Ligen ist die Quote tendenziell höher als auf unteren Ligen, Pre-Match höher als Live.

78 % der Wetteinsätze entfielen 2024 auf Fußball, danach folgten Basketball (8 %), Tennis (5 %), Kombinationen (5 %) und Eishockey (1 %). Der Fußballmarkt ist der Kern des deutschen Sportwettenmarkts; wer auf andere Sportarten wettet, zahlt tendenziell eine höhere Marge, weil die Anbieter weniger Wettvolumen bündeln und schlechter absichern können. 47 % der Wetten waren Pre-Match, 53 % Live – der Trend zur Live-Wette hat sich verfestigt, was auch mit der Verfügbarkeit von Smartphones zusammenhängt.

Wer sein Wettverhalten optimieren will, achtet auf drei Größen: die Quote auf dem eigenen Markt im Vergleich zu anderen Anbietern, die Marge des Marktes (Pre-Match-Top-Ligen günstiger, Live-Mikromärkte teurer) und den Anteil des Einsatzes, der durch Bonus- und Werbeaktionen verloren geht.

Die Frage der Wahl: Was bleibt dem Spieler

Wer in Deutschland legal Sportwetten abschließen will, hat im 2026 die Wahl zwischen einer wachsenden Zahl lizenzierter Anbieter – der Tätigkeitsbericht 2024 spricht von 27 aktiven Veranstaltern allein im Online-Segment. Die Auswahl ist nicht groß genug, um von einem freien Markt zu sprechen; sie ist groß genug, um Wettbewerb um Quoten, Wettprogramm und Bedienbarkeit zu haben.

Der wichtigste Hebel bleibt die Whitelist. Wer dort nicht steht, ist im deutschen Rechtssinn kein Wettanbieter, auch wenn die Seite auf Deutsch ist, einen deutschen Support hat und in Euro abrechnet. Die Whitelist ist die einzige Antwort auf die Frage, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat – sie ist nicht abschließend, weil sie nur die erteilten Erlaubnisse abbildet, aber sie ist der einzige amtliche Test.

Wer sich für einen Anbieter entscheidet, entscheidet sich für ein Wettprogramm, eine Quotenlinie, eine Cash-Out-Politik, ein Bonusprogramm und eine Bedienoberfläche. Die Lizenzfrage ist mit der Whitelist beantwortet; alles andere ist Geschmack und Gewohnheit.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?

Die Whitelist liegt auf der Seite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und ist nach Anbietername sortiert. Sie führt zu jedem Eintrag die Domain, den Erlaubnisinhaber mit Sitz und das Datum der Erteilung. Wer dort mit der genauen Domain seines Anbieters steht, hat eine Erlaubnis; wer fehlt, hat keine – unabhängig von Marketing oder Aufmachung.

Was bedeutet eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis für das Einzahlungslimit von 1.000 € und das Sperrsystem OASIS?

Anbieter mit deutscher Erlaubnis sind an LUGAS angeschlossen: Das Standardlimit liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, eine Erhöhung ist nur mit Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit möglich und greift frühestens nach sieben Tagen. OASIS ist die zentrale Sperrdatei; eine Selbstsperrung dauert mindestens drei Monate, eine Fremdsperrung mindestens ein Jahr, und sie gilt anbieterübergreifend.

Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?

Eine ausländische Lizenz aus Drittstaaten wie Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung, weil der Glücksspielstaatsvertrag eine deutsche Erlaubnis verlangt und die GGL diese nach § 9a GlüStV ausschließlich für Anbieter mit Sitz in einem EU- oder EWR-Staat vergibt. Anbieter mit Sitz außerhalb dieses Raums können die deutsche Erlaubnis nicht erhalten, eine Curaçao-Lizenz ersetzt sie nicht, und die GGL stuft solche Angebote als unerlaubt ein.

Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?

Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 16–25 RennwLottG 5,3 % auf den um die Steuer selbst reduzierten Einsatz – rechnerisch rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter; ob und wie er sie an den Kunden weitergibt, ist seine Geschäftspolitik. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quote, andere tragen sie selbst. Wer den Nettoeffekt kennen will, liest die AGB des Anbieters und prüft den eigenen Wettschein.

Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?

Nein. Eine Sportwetten-Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV deckt ausschließlich Sportwetten ab. Für Slots, Online-Poker und Online-Casino braucht ein Anbieter eine separate Erlaubnis nach § 4 Abs. 4 und § 22c GlüStV. Wer bei einem Anbieter Casino spielt, ohne dass eine entsprechende Erlaubnis ausgewiesen ist, spielt bei einem anderen Anbieter mit anderer Lizenz – oder bei einem unerlaubten Angebot.

Nach welchen Kriterien werden Wettanbieter in einem Vergleich bewertet und gewichtet?

Ein vollständiger Vergleich prüft vier Bereiche: Lizenzstatus (Whitelist-Eintrag mit Domain und Erlaubnisdatum), Wettprogramm (Breite und Tiefe, Live-Wetten im gesetzlichen Rahmen), Quoten (Auszahlungsquote auf den eigenen Märkten) und Zahlungswege (verfügbare Ein- und Auszahlungsmittel im Rahmen des § 6b GlüStV). Bonusprogramme und Werbeaktionen sind eine eigene Kategorie, deren Wert sich erst nach Lesen der Umsatzbedingungen erschließt.

Inhalt erstellt vom Team «Spanien Wetten»