Welcher Buchmacher passt zu welchem Spielertyp?
Stand: 20. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein Vergleich von Buchmachern steht in Deutschland unter einer Bedingung, die anderswo fehlt. Wer hier Wetten annimmt, braucht eine Erlaubnis der GGL, und wer dort verzeichnet ist, unterliegt denselben Regeln: OASIS-Sperrdatei, LUGAS-Limitdatei, das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 €, die Pflicht zur Verifizierung und die ausschließliche Nutzung von Zahlungsmitteln auf den eigenen Namen. Anbieter ohne diese Erlaubnis haben keines davon. Der erste Trennstrich jedes Vergleichs verläuft deshalb nicht zwischen den zehn Marken, sondern zwischen erlaubt und unerlaubt.
Was ein Buchmacher eigentlich macht
Ein Buchmacher nimmt Wetten zu selbst gesetzten Quoten an. Hinter jeder Quote steht eine Rechnung: Wie wahrscheinlich ist das Ergebnis aus Sicht des Anbieters, und welchen Anteil behält er als Marge ein? Aus den Quoten aller möglichen Ausgänge eines Marktes ergibt sich die Auszahlungsquote, und das, was fehlt, ist der Anteil des Anbieters. Bei einem Spiel mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen läge die faire Quote für jeden Ausgang bei 2,00, die Auszahlungsquote bei 100 %, die Marge bei null. Kein Anbieter arbeitet so, denn das wäre kein Geschäft.

Die Marge ist der Preis, den jede Wette enthält, unabhängig davon, wer sie abgibt und auf welches Ergebnis sie steht. Sie wird vor dem Spiel fest in die Preise eingerechnet und nicht erst am Ende abgeführt. Wer „beste Quoten“ liest, liest einen Vergleich dieser Margen über Anbieter hinweg. Wer „100 % Bonus“ liest, liest ein Werbeversprechen, dessen tatsächlicher Wert erst sichtbar wird, wenn Umsatzbedingungen, Mindestquote und Frist zusammenkommen.
Die Arbeit des Anbieters besteht darin, das Verhältnis von Wahrscheinlichkeit und Quote für jedes Spiel, jeden Markt und jede Wettart fortlaufend neu zu kalibrieren, neue Limits schreiben, neue Limits setzen. Vor dem Spiel reagiert er auf Einsatzvolumen und Wettverhalten, im Live-Spiel auf den Spielstand und die verbleibende Zeit. Cash Out, also das vorzeitige Auswerten einer offenen Wette, ist eine Funktion, die der Anbieter für jedes Spiel einzeln anbietet oder nicht.
Lizenz, Erlaubnis und Whitelist: Der rechtliche Rahmen
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) ist seit dem 1. Juli 2021 die zentrale Aufsichtsbehörde für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet. Sie erteilt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV und führt die Whitelist nach § 9 Abs. 8, eine öffentliche Liste, die Auskunft darüber gibt, welche Anbieter in Deutschland legal Sportwetten anbieten dürfen.

Der Stand vom 2. Oktober 2026 weist 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis aus, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei weitere, die ausschließlich Pferdewetten anbieten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber nicht jede .de-Domain ist gelistet. Die Whitelist ist das einzige verlässliche Prüfmittel.
Eine erste Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV für fünf Jahre erteilt; die Whitelist nennt Ausstellungs- und Folgedaten, aber kein Enddatum. Wer dort steht, darf nur über die dort genannte Domain Sportwetten anbieten; eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino gilt für andere Domains und unterliegt eigenen Regeln. Wer auf einer Domain wettet, die nicht auf der Whitelist steht, spielt bei einem Anbieter ohne Erlaubnis.
Am 17. September 2026 warnte die GGL Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten. Die Strafvorschriften der §§ 284, 285 StGB sehen für das Organisieren und die Teilnahme Geldstrafen oder Freiheitsstrafen vor, wobei strafrechtliche Verfolgung einzelner Spieler bislang nicht fest etabliert ist. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet. Der Bundesgerichtshof hat die Frage, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlungspflicht entgegensteht, am 25. Juli 2024 dem EuGH vorgelegt (Az. I ZR 90/23, Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus den Jahren 2013 bis 2018). Der Generalanwalt hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich, eine Rückzahlungspflicht zu begründen, sofern Behörden die Lizenzpflicht nicht ausgesetzt haben. Kein Leser sollte aus dieser offenen Frage einen Spitz folgen, denn eine Erstattung ist niemandem versprochen.
Spielerschutz: Was bei allen Anbietern gleich ist
Ein zentrales Merkmal des deutschen Marktes ist, dass die Spielerschutzregeln für alle lizenzierten Anbieter identisch sind und damit kein Unterscheidungsmerkmal im engeren Sinn darstellen. Sie gehören trotzdem in jeden Vergleich, weil sie die Bedingungen definieren, unter denen gewettet wird.
Teilnehmen darf, wer volljährig ist (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Pro Anbieter ist ein Konto zulässig (§ 6a), und vor der vollständigen Verifizierung darf längstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € gespielt werden, wobei Auszahlungen erst nach der Verifizierung möglich sind. Das monatliche Einzahlungslimit beträgt 1.000 € pro Kalendermonat und gilt anbieterübergreifend über die zentrale Limitdatei LUGAS. Eine Erhöhung auf bis zu 10.000 € ist nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, auf 10.000 bis 30.000 € für höchstens ein Prozent der aktiven Kundinnen und Kunden, eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h über die Aktivitätsdatei LUGAS unterbunden, wer spielt, kann nicht gleichzeitig ein zweites Konto aktiv nutzen. OASIS als Spielersperrsystem wird bei Registrierung und Anmeldung abgefragt; eine Selbstausschluss dauert mindestens drei Monate, wenn die Person eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikknopf nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.
Die Zahlung muss von einem Konto erfolgen, das auf den Namen der Spielerin oder des Spielers lautet und bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen, was Kryptowährungen und anonyme Prepaidaristungen aus dem lizenzierten Markt herausnimmt. Spielerguthaben liegt auf einem geschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6 bis 7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Offshore-Anbieter sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen, kennen weder das Einzahlungslimit noch die Verifizierungspflicht und lassen sich nicht über deutsche Gerichte belangen. Das ist Freiheit, aber Freiheit ohne Schutz.
Krypto, anonyme Zahlungen und die deutsche Realität
In Deutschland lizenzierte Anbieter nehmen keine anonymen Zahlungsmittel an. Die Pflicht zur Verifizierung und die Bindung an Zahlungsmittel auf den eigenen Namen schließen Kryptowährungen und anonyme Prepaidaristungen aus. Anbieter, die mit Bitcoin, Ethereum oder Stablecoin werben können. Wer dort spielt, spielt dort, wo es keine deutsche Erlaubnis gibt, ohne OASIS, ohne LUGAS, ohne das monatliche Limit von 1.000 €, ohne die Insolvenzsicherung des Guthabens.
E-Wallets sind nicht per se anonym, aber nur solche, die auf den Namen der Spielerin oder des Spielers lauten und einer Verifizierung unterliegen, kommen im lizenzierten Markt in Frage. Welche Anbieter welche Zahlungswege akzeptieren, ist Sache jedes einzelnen Anbieters und ergibt sich aus dessen AGB.
Boni und Gratiswetten: Was sie tatsächlich kosten
Das GlüStV enthält keine Vorschrift, die Höhe, Umsatz oder Mindestquote eines Sportwetten-Bonus festlegt. Was Anbieter anbieten, ist deren eigene Verhandlung. Der Vergleich beginnt bei der Frage, was das Angebot tatsächlich kostet.
Ein „100 % Bonus“ bis 100 € heißt in der Regel: Der Anbieter verdoppelt die erste Einzahlung bis zu einer Obergrenze, aber das Bonusgeld ist nicht frei verfügbar. Es muss umgesetzt werden, bevor es ausgezahlt werden kann, und der erforderliche Umsatz hängt von der eigenen Quote ab. Eine Mindestquote von 1,50 schließt Wetten auf klare Favoriten weitgehend aus, weil deren Quote unter diesem Wert liegt, und eine Frist von 30 oder 90 Tagen setzt dem Zeitfenster eine Grenze. Eine Auszahlungsgrenze für Gewinne aus dem Bonus ist möglich. Wer den Bonus rechnet, rechnet das Kleingedruckte mit.
Eine „kostenlose Wette“ (Gratiswette, Freebet, risikofreie Wette) hat einen eigenen Wert. Der Einsatz wird bei Gewinn in der Regel nicht zurückgezahlt, der Gewinn ist nur der Reingewinn. Eine risikofreie Wette, die als Gratiswette erstattet wird, ist keine Rückzahlung in Geld. Der Wert einer Gratiswette hängt von der Quote ab, auf die sie gesetzt wird, und von der Auszahlungsquote des Marktes.
Wer einen Bonus annimmt, nimmt nicht nur einen Vorteil an, sondern auch eine Verpflichtung, und die Verpflichtung ist es, die den Preis des Bonus bestimmt.
Ein- und Auszahlungen: Was zählt, ist die Geschwindigkeit nach der Auszahlung
Welche Zahlungswege ein Anbieter anbietet, sagt wenig über die Geschwindigkeit der Auszahlung. Was zählt, ist die Dauer von der Anforderung bis zur Gutschrift auf dem Konto der Spielerin oder des Spielers, und die hängt von drei Faktoren ab: von der Bearbeitungsfunktion des Anbieters, von der Verifizierung des Zahlungswegs und von der Bearbeitungsfunktion des Zahlungsdienstleisters.
PayPal, Kreditkarte und Sofortüberweisung sind im lizenzierten deutschen Markt verbreitet, Trustly, Klarna, Skrill und die paysafecard in unterschiedlichem Umfang. Welche Wege ein konkreter Anbieter akzeptiert, steht in dessen AGB. Auszahlungen auf das hinterlegte Referenzkonto sind Standard, Auszahlungen über andere Wege sind in der Regel nicht möglich. Wer bei der Einzahlung Kreditkarte nutzt, bekommt in der Regel auch auf die Kreditkarte ausgezahlt, wer per Banküberweisung einzahlt, bekommt per Banküberweisung ausgezahlt, und wer Trustly nutzt, bekommt auf das Trustly-Konto.
Livewetten und Cash Out: Was erlaubt ist und was nicht
Livewetten sind in Deutschland erlaubt, aber nur eingeschränkt. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV darf während eines laufenden Spiels auf das Endergebnis gewettet werden, sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis ist erlaubt, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Wetten auf Ereignisse unter Beteiligung überwiegend Minderjähriger oder Amateure sind ausgeschlossen, was nach GGL-Praxis unterhalb der 3. Liga gilt. Manipulationen anfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind ebenfalls ausgeschlossen. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Cash Out ist keine regulatorische Funktion, sondern eine Funktion des Anbieters. Sie erlaubt es, eine offene Wette vor dem Ende des Ereignisses auswerten zu lassen, und liegt im Ermessen des Anbieters. Wer Cash Out nutzt, akzeptiert in der Regel eine Quote, die unter dem liegt, was bei einem Verlauf bis zum Ende herauskäme.
Tipps, Prognosen und Strategie: Was Vergleichsseiten nicht versprechen
Statistik, Formkurve und Quotenvergleich helfen bei der eigenen Einschätzung. Keine noch so gründliche Analyse kann das Ergebnis eines Spiels vorhersagen, und keine Vergleichsseite kann Gewinne versprechen. Wer mit Tipps wirbt, verglüht, denn Spiele haben Ergebnisse, und Ergebnisse kennen keine Prognose.
Strategien wie die „Kelly-Formel“ oder „Value Bets“ beschreiben den Wert einer Quote im Verhältnis zur geschätzten Wahrscheinlichkeit. Sie helfen, Quoten zu vergleichen, sie versprechen keine Gewinne. Wer eine Wette platziert, platziert eine Wette, nicht weil der Vergleich sie empfiehlt, sondern weil die eigene Einschätzung sie trägt.
Wettarten, Quoten und Marge im Vergleich
Einzelwette, Kombiwette und Systemwette sind die Grundformen. Eine Einzelwette steht auf ein Ergebnis eines Spiels, eine Kombiwette kombiniert mehrere Einzelwetten zu einer Wette, deren Quote sich aus dem Produkt der Einzelquoten ergibt, und eine Systemwette fasst mehrere Kombiwetten aus denselben Einzelspielen zu einem Verbund zusammen, in dem auch dann ein Gewinn möglich bleibt, wenn nicht alle Einzelspiele treffen. „Heinz“ und „Goliath“ bezeichnen Systeme mit einer festen Zahl von Einzelspielen und einer entsprechenden Zahl von Kombinationen.
Die Marge eines Marktes ist die Differenz zwischen dem, was die Quoten versprechen, und dem, was sie zusammen auszahlen würden, wenn jedes Ergebnis gleich wahrscheinlich wäre. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen wäre die faire Quote 2,00 auf jeden Ausgang, die faire Auszahlungsquote 100 %, die Marge null. Kein Anbieter arbeitet mit null Marge, und ein Anbieter, der mit einer Marge von 5 % arbeitet, gibt 95 % des Einsatzvolumens als Auszahlung zurück und behält 5 % als Gewinn.
Die Marge lässt sich aus den Quoten eines Spiels berechnen, indem die reziproken Werte aller Quoten addiert werden und das Ergebnis von 1 abgezogen wird. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten von 1,90 auf jeden Ausgang ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 0,95 oder 95 %, und eine Marge von 100 % − 95 % = 5 %. Dieser Wert ist illustrativ und dient als Rechenbeispiel, nicht als Beleg für ein konkretes Angebot, denn der reale Wert schwankt nach Spiel, Markt und Zeitpunkt.
Bei einem Drei-Wege-Markt wie dem Fußball-1X2, also Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg, teilen sich die Quoten auf drei Ausgänge auf, und die Marge ergibt sich aus der Summe der reziproken Werte aller drei Quoten. Eine typische Bundesliga-Konstellation von 1,60 auf Heimsieg, 4,00 auf Unentschieden und 5,50 auf Auswärtssieg ergäbe reziprok 0,625 + 0,25 + 0,182 = 1,057, was einer Auszahlungsquote von etwa 94,6 % und einer Marge von etwa 5,4 % entspricht. Auch dieser Wert ist ein Beispiel, kein konkreter Anbieter, und der reale Wert schwankt nach Spiel, Markt und Zeitpunkt.
Die Marge variiert nach Sportart, Markt und Spiel. Sie liegt im Hauptmarkt Fußball niedriger als in Nischenmärkten, in Pre-Match-Märkten niedriger als in Live-Märkten, in den großen europäischen Ligen niedriger als in unteren Ligen. Wer Margen vergleicht, vergleicht sie im selben Markt, zur selben Zeit, auf dasselbe Spiel, oder er vergleicht Ungleiches.
Sportarten und Turniere: Was lizenzierte Anbieter abdecken
Fußball steht bei allen lizenzierten Anbietern im Zentrum, von der Bundesliga über die englische Premier League und die spanische La Liga bis zur Champions League und Europa League. Turniere wie die Weltmeisterschaft und die Europameisterschaft ziehen Sonderprogramme nach sich, und während Großereignissen verdichten sich Live-Angebote und Quotenvergleiche.
Tennis, Eishockey, Basketball und Handball gehören zum Standardrepertoire, American Football mit Super Bowl und Regular Season ergänzt das Programm. Darts, Boxen und Formel 1 sind bei den meisten Anbietern vertreten, oft mit reduziertem Programm in den Nischenmärkten. Wintersportarten wie Skifahren und Biathlon sind saisonal begrenzt.
Esports ist nach GGL-Praxis kein anerkannter Sport, lizenzierte Wetten auf Esports gibt es in Deutschland nicht. Anbieter, die Esports-Wetten anbieten, bieten sie außerhalb der deutschen Erlaubnis an. Virtuelle Sportwetten sind regulatorisch nicht etabliert.
Neue Anbieter und die Frage nach der Seriosität
Wer einen neuen Anbieter prüft, prüft zuerst die Whitelist. Steht die Domain dort, und seit wann steht sie dort? Eine Erlaubnis seit 2026 ist jünger als eine seit 2020, aber nicht schlechter, weil das GlüStV für alle dieselben Regeln gilt. Wer einen unbekannten Anbieter nutzt, nutzt einen Anbieter, dessen Ruf noch im Entstehen ist, und dessen wirtschaftliche Substanz noch nicht durch eine Krise geprüft wurde.
Junge Anbieter werben oft mit aggressiveren Quoten, höheren Boni oder weiteren Zahlungswegen, um in einen gesättigten Markt einzutreten. Wer ein Angebot prüft, prüft die Bedingungen, nicht die Werbung, und liest die AGB, bevor er einzahlt.
Einordnung der lizenzierten Anbieter
| Anbieter | Whitelist-Status | Erlaubnisinhaber | Erste Sportwetten-Erlaubnis |
|---|---|---|---|
| AdmiralBet | GGL Whitelist | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| Tipico | GGL Whitelist | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| ODDSET | GGL Whitelist | ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Tiptorro | GGL Whitelist | Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| DAZN Bet | GGL Whitelist | DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| VBet | GGL Whitelist | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| MERKUR BETS | GGL Whitelist | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Sportingbet | GGL Whitelist | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten | GGL Whitelist | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| Bet3000 | GGL Whitelist | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
Diese Tabelle zeigt die Namen, die Inhaber und die Daten, wie sie die GGL-Whitelist im Stand vom 2. Oktober 2026 führt. Was sie nicht zeigt, ist, wie sich die Anbieter im Alltag unterscheiden, denn die Erlaubnisdaten sind Ausstellungsdaten und keine Gütesiegel.
Die Reihenfolge folgt dem Eingang der Erlaubnis: AdmiralBet, Tipico und Sportingbet gehören zur ersten Welle der Online-Erlaubnisse ab Oktober 2020, ODDSET und Sportwetten.de zur zweiten Welle ab November 2020, Tiptorro und DAZN Bet zur dritten Welle, VBet, MERKUR BETS und Bet3000 zur vierten Welle, wobei Bet3000 mit April 2026 der jüngste Eintrag ist.
AdmiralBet
AdmiralBet gehört zur österreichischen Novomatic-Gruppe und tritt in Deutschland als Online-Sportwetten-Angebot der Greentube Betting Malta Limited auf. Die GGL-Whitelist führt die Domain AdmiralBet mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, einer Folgeerlaubnis vom 13. Dezember 2022 und einer weiteren vom 29. Juli 2024. Die Marke bedient den deutschsprachigen Markt mit Fokus auf Fußball, Tennis und Wintersport, das Wettprogramm ist breit, die Quoten liegen im mittleren Segment. Für Spielerinnen und Spieler, die einen österreichisch geprägten Anbieter mit deutscher Erlaubnis suchen, ist AdmiralBet eine ruhige Adresse.
Tipico
Tipico wurde 2004 auf Malta gegründet und ist in Deutschland einer der bekanntesten Namen. Die GGL-Whitelist führt Tipico Co. Limited mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Tipico ist stationär stark, mit vielen Filialen in Deutschland, und überträgt diese Präsenz in ein Online-Angebot mit Schwerpunkt auf Fußball und Live-Wetten. Das Tipico-Co.-Ltd.-Impressum nennt den Portomaso Business Tower in San Ġiljan als Sitz. Die zivilrechtliche Auseinandersetzung um die Rückforderung von Wetteinsätzen aus den Jahren 2013 bis 2018, die derzeit beim EuGH liegt, betrifft die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Einsätze aus der Zeit vor der deutschen Erlaubnis zurückgefordert werden können, und ändert nichts am aktuellen Status der Erlaubnis.
ODDSET
ODDSET ist die Sportwetten-Marke der ODDSET Sportwetten GmbH und wurde über das Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 für Online- und stationären Vertrieb erlaubt. Die Ersterlaubnis liegt laut GGL-Whitelist am 18. November 2020. ODDSET ist im Besitz der Lotto-Toto GmbH und damit eng mit den deutschen Landeslotteriegesellschaften verflochten, was sich im Fokus auf Fußball, Lotto-Spielwetten und Wintersport niederschlägt. Wer einen Anbieter mit deutscher Verwurzelung und klassischem Wettprogramm sucht, ist bei ODDSET richtig, wer auf aggressive Quoten aus ist, eher nicht.
Tiptorro
Hinter Tiptorro steht die Torro Tec Limited auf Malta, die App wird im App Store als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL“ beschrieben. Die GGL-Whitelist führt Tiptorro mit einer Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Tiptorro positioniert sich als jüngere Marke mit Fokus auf mobile Nutzung und Fußball, das Wettprogramm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld. Für mobile Spielerinnen und Spieler ist Tiptorro eine Überlegung wert, weil das App-Erlebnis im Vordergrund steht.
DAZN Bet
DAZN Bet verbindet die Sportwetten mit dem Streaming-Angebot von DAZN und tritt in Deutschland über die DZBT Operations Limited auf Malta auf. Die GGL-Whitelist führt DAZN Bet mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22. August 2023, eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 24. Juni 2025. Der Vorteil liegt in der Verzahnung mit dem DAZN-Stream, der Nachteil in einer geringeren Wettvielfalt als bei reinen Sportwetten-Anbietern. Für DAZN-Abonnentinnen und -Abonnenten, die live schauen und parallel wetten wollen, ist DAZN Bet eine praktische Adresse, für alle anderen eher nicht.
VBet
VBet ist die Sportwetten-Marke der SCGO Limited auf Malta und wird in der GGL-Whitelist mit einer Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023 geführt. VBet bedient ein breites Wettprogramm von Fußball über Tennis und Basketball bis zu Nischensportarten und positioniert sich als internationaler Anbieter mit Fußball-Schwerpunkt. Die Quoten liegen im Mittelfeld, das Live-Angebot ist umfangreich. Für Spielerinnen und Spieler, die ein breites Programm mit internationaler Note suchen, ist VBet eine Option, wer nur Bundesliga und Champions League spielt, findet bei einem Mainstream-Anbieter mehr Komfort.
MERKUR BETS
MERKUR BETS gehört zur Gauselmann-Gruppe und tritt in Deutschland über die Merkur Bets Malta Limited auf. Die GGL-Whitelist führt MERKUR BETS mit einer Erlaubnis seit dem 6. November 2023, daneben die Domains Merkur Sports und XTiP mit Erstdatum 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis 22. Dezember 2022 sowie Merkur Slots mit Erstdatum 6. November 2023. MERKUR BETS ist stationär verwurzelt, in vielen Spielhallen vertreten, und überträgt diese Verwurzelung in ein Online-Angebot mit Schwerpunkt auf Fußball, Tennis und Randsportarten. Für Spielerinnen und Spieler, die einen stationären Hintergrund schätzen, ist MERKUR BETS eine Adresse mit Auto-Erlaubnis.
Sportingbet
Sportingbet (Deutschland) Limited nennt im Impressum die behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21. Dezember 2022 und für virtuelle Automatenspiele vom 15. November 2022, die GGL ist Aufsichtsbehörde. Die Whitelist führt Sportingbet mit einer Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020. Sportingbet ist im deutschsprachigen Raum seit langem etabliert und bedient ein breites Publikum mit Fußball, Tennis, American Football und Wintersport, die Quoten liegen im Mittelfeld. Für klassische Sportwetten-Fans ist Sportingbet ein solider Anbieter ohne besondere Stärke oder Schwäche.
Sportwetten.de
Hinter Sportwetten.de steht die NetX Betting Limited auf Malta. Die GGL-Whitelist führt die Domain mit einer Erlaubnis seit dem 19. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Der Name klingt nach einer redaktionellen Vergleichsplattform, ist aber eine eigene Wettmarke. Das Programm ist breit, die Quoten liegen im Mittelfeld, die Marke bedient den deutschen Markt mit Fußball, Tennis und Randsportarten. Für Spielerinnen und Spieler, die eine breite Auswahl ohne besonderen Schwerpunkt suchen, ist Sportwetten eine Option.
Bet3000
Bet3000 ist die deutsche Marke der I.B.C. Sportsbetting Limited auf Malta und gehört zu den jüngsten Einträgen der GGL-Whitelist. Die Erlaubnis für Bet3000 ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet, was Bet3000 zum jüngsten Anbieter in diesem Vergleich macht. Bet3000 ist stationär stark, mit Filialen in mehreren Bundesländern, und positioniert sich im Online-Bereich mit Fußball-Schwerpunkt und aggressiven Quoten auf Top-Spiele. Für Spielerinnen und Spieler, die einen jungen Anbieter mit klassischem deutschem Hintergrund suchen, ist Bet3000 einen Blick wert, wobei die kurze Geschichte am Markt noch keine Bewährungsprobe kennt.
Sportwettensteuer: Was 5,3 % bedeuten
Die Sportwettensteuer ist in den §§ 16 bis 25 RennwLottG geregelt und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des eingesetzten Betrags entspricht. Sie wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht von der Spielerin oder dem Spieler, ob und wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung.
Wer bei einem Anbieter wettet, der die Steuer selbst trägt, spielt mit dem Bruttoeinsatz, wer bei einem Anbieter wettet, der sie vom Einsatz abzieht, spielt effektiv mit einem höheren nominellen Einsatz, um den gleichen Nettogewinn zu erzielen. Ein Einsatz von 100 € bei einer Quote von 2,00 bringt bei einem Anbieter ohne Steuer 200 € Bruttogewinn und 100 € Nettogewinn, bei einem Anbieter mit Steuerabzug vom Einsatz 200 € auf einen reduzierten Einsatz, was die effektive Quote drückt. Welche Variante ein Anbieter wählt, steht in dessen AGB.
Zwei Anbieter mit gleichen Quoten unterscheiden sich je nach Steuerregelung im tatsächlichen Ertrag, und der Vergleich muss diese Regelung mit einbeziehen, sonst vergleicht er Äpfel mit Birnen.
Häufige Fragen zum Buchmacher-Vergleich
Nach welchen Kriterien lassen sich Buchmacher in Deutschland sinnvoll vergleichen?
Sinnvoll vergleichen lässt sich nur, wer auf der GGL-Whitelist steht, denn dort beginnen die gleichen Regeln: OASIS, LUGAS, das 1.000 €-Limit und die Pflicht zur eigenen Verifizierung. Innerhalb dieser Gruppe entscheiden Quoten und Marge, Bonusbedingungen, Zahlungswege und Auszahlungsdauer, Service und Erreichbarkeit, sowie das Wettprogramm nach Sportart, Markt und Tiefe. Wer „beste Quoten“ liest, liest die Marge, und wer „100 % Bonus“ liest, liest eine Werbung, deren Wert sich erst nach Umsatz, Mindestquote und Frist zeigt.
Wie lässt sich auf der GGL-Whitelist prüfen, ob ein Anbieter erlaubt ist?
Die GGL veröffentlicht die Whitelist auf ihrer Website. Sie ist nach Domain und Inhaber sortiert und führt Ausstellungs- und Folgedaten. Wer dort steht, hat eine Erlaubnis; wer nicht dort steht, hat keine. Eine .de-Domain allein beweist nichts, eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Relevanz, und eine ausländische Lizenz ist kein Ersatz für die deutsche Erlaubnis. Was eine Domain dort führt, ist das, was geprüft ist; was dort nicht steht, ist nicht erlaubt.
Was ist die Marge eines Buchmachers, und wie lässt sie sich aus den Quoten eines Spiels berechnen?
Die Marge ist der Anteil des Einsatzvolumens, den der Anbieter als Gewinn einbehält. Sie ergibt sich aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes: Die reziproken Werte der Quoten werden addiert, ihre Differenz zu 1 ist die Marge. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten von 1,90 auf jeden Ausgang ergibt sich eine Auszahlungsquote von etwa 52,6 % und eine Marge von etwa 47,4 %, ein illustratives Rechenbeispiel, das kein Anbieter im Hauptmarkt erreicht. Typische Margen im Hauptmarkt Fußball liegen zwischen 3 % und 7 %, im Drei-Wege-Markt höher als im Zwei-Wege-Markt. Wer Margen vergleicht, vergleicht sie im selben Markt, zur selben Zeit, auf dasselbe Spiel.
Unterscheiden sich lizenzierte Buchmacher beim gemeinsamen Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat?
Das 1.000 €-Limit gilt anbieterübergreifend und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Eine Erhöhung auf bis zu 10.000 € ist nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, auf 10.000 bis 30.000 € nur für höchstens ein Prozent der aktiven Kundinnen und Kunden, und nur auf Antrag mit Prüfung. Die Anbieter unterscheiden sich nicht im Limit selbst, sondern im Verfahren und in der Bereitschaft, Anträge zu prüfen, und in der Geschwindigkeit, mit der sie Erhöhungen umsetzen. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Wie verändert die Sportwettensteuer von 5,3 % den Vergleich zwischen zwei Anbietern?
Die Steuer wird vom Anbieter geschuldet und liegt bei rund 5,03 % des Einsatzes. Zwei Anbieter mit nominell gleichen Quoten unterscheiden sich je nach Steuerregelung im tatsächlichen Ertrag: Wer die Steuer selbst trägt, lässt dem Kunden den Bruttoeinsatz; wer sie vom Einsatz abzieht, drückt die effektive Quote. Welche Variante gilt, steht in den AGB, und der Vergleich muss sie berücksichtigen, sonst vergleicht er nominelle und effektive Quoten durcheinander. Die Steuer ist kein Unterscheidungsmerkmal für die Lizenz, denn sie gilt für lizenzierte wie für nicht lizenzierte Anbieter gleichermaßen; eine gezahlte Steuer ist kein Beleg für eine Erlaubnis.
Was ist ein Buchmacher, und wie legt er seine Quoten fest?
Ein Buchmacher nimmt Wetten zu selbst gesetzten Quoten an. Die Quote spiegelt die geschätzte Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses wider, korrigiert um die Marge, die der Anbieter einbehält. Vor dem Spiel reagiert er auf Einsatzvolumen und Wettverhalten, im Live-Spiel auf den Spielstand und die verbleibende Zeit. Die Marge ist in jeder Quote enthalten und macht den Anbieter zum Anbieter, denn ohne Marge wäre das Geschäft kein Geschäft, sondern eine Wohltätigkeit. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Margen, und wer Margen vergleicht, vergleicht den Preis, den jede Wette enthält.
Vergleich – Spanien Wetten
Inhalt erstellt vom Team «Spanien Wetten»
